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IaaS (Infrastructure as a Service) – Definition, Anbieter & Vergleich

Was ist IaaS?

IaaS (Infrastructure as a Service) ist ein Cloud-Computing-Modell, bei dem IT-Infrastruktur – Rechenleistung, Speicherplatz, Netzwerke und Virtualisierung – über das Internet als Service bereitgestellt wird. Statt eigene physische Server zu kaufen und zu betreiben, mieten Unternehmen virtuelle Ressourcen bei einem Cloud-Anbieter und zahlen nutzungsbasiert (Pay-as-you-go). IaaS bildet die Basisschicht des Cloud-Computing-Stacks: Darauf aufbauend folgen PaaS (Plattform) und SaaS (Software). Der Nutzer verwaltet Betriebssystem, Middleware, Anwendungen und Daten selbst; der Anbieter kümmert sich um Hardware, Netzwerk und Virtualisierung. Laut Gartner erreichte der globale IaaS-Markt 2024 ein Volumen von rund 150 Milliarden US-Dollar – mit AWS (~31 %), Azure (~25 %) und Google Cloud (~11 %) als Marktführer.

IaaS ist das Fundament der Cloud: Man mietet Rechenleistung, Speicher und Netzwerk wie Strom aus der Steckdose – ohne eigene Server zu kaufen, ohne Rechenzentrum zu betreiben, ohne Hardware-Erneuerungszyklen zu planen. IaaS hat die IT-Infrastruktur von einer Investition zu einer Betriebsausgabe transformiert.


Auf einen Blick – Key Facts

Kennzahl Wert Quelle
Globaler IaaS-Markt (2024) ~150 Mrd. USD Gartner
AWS-Marktanteil (IaaS) ~31 % Synergy Research 2024
Azure-Marktanteil ~25 % Synergy Research 2024
GCP-Marktanteil ~11 % Synergy Research 2024
Kosteneinsparung vs. eigenes Rechenzentrum 20–40 % Flexera 2024

IaaS vs. PaaS vs. SaaS – Vergleich

Merkmal IaaS PaaS SaaS
Was wird bereitgestellt? Infrastruktur (Server, Speicher, Netzwerk) Entwicklungsplattform + Infrastruktur Fertige Anwendung
Nutzer verwaltet OS, Runtime, Apps, Daten Apps, Daten Nur Daten/Konfiguration
Anbieter verwaltet Hardware, Virtualisierung, Netzwerk + OS, Runtime, Middleware Alles
Flexibilität Sehr hoch (volle Kontrolle) Hoch (Code-Fokus) Gering (vorkonfiguriert)
Zielgruppe IT-Admins, DevOps Entwickler Endnutzer, Business
Beispiele AWS EC2, Azure VMs Heroku, Google App Engine Microsoft 365, Salesforce

IaaS-Anbieter im Vergleich

Anbieter Marktanteil Stärke Regionen (DE) Besonderheit
AWS ~31 % Größtes Service-Portfolio (>200) Frankfurt Marktpionier seit 2006
Microsoft Azure ~25 % Enterprise, Hybrid, Microsoft-Integration Frankfurt, Berlin Azure Arc für Hybrid
Google Cloud (GCP) ~11 % KI/ML, Kubernetes, Big Data Frankfurt BigQuery, GKE
IONOS Cloud <1 % DSGVO, deutsche Rechenzentren Frankfurt, Berlin, Karlsruhe KMU-fokussiert, günstig
Hetzner Cloud <1 % Preis-Leistung, DSGVO Nürnberg, Falkenstein, Helsinki Entwickler-Favorit
Open Telekom Cloud <1 % Deutsche Telekom, BSI C5 Biere, Magdeburg Öffentliche Verwaltung

IaaS-Kernkomponenten

Komponente Beschreibung AWS-Bezeichnung Azure-Bezeichnung
Compute (VMs) Virtuelle Server on-demand EC2 Virtual Machines
Block Storage Persistent Disk für VMs EBS Managed Disks
Object Storage Skalierbarer Dateispeicher S3 Blob Storage
Netzwerk Virtuelle Netzwerke, Load Balancer VPC, ELB VNet, Load Balancer
Datenbank Managed Database Services RDS, DynamoDB Azure SQL, Cosmos DB

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann sollte ich IaaS statt eigener Server nutzen?
IaaS ist sinnvoll wenn: variable Last (Skalierung nach Bedarf), kein eigenes IT-Personal für Hardware-Verwaltung, schnelle Bereitstellung nötig (Minuten statt Wochen), Kapitalausgaben (CapEx) vermieden werden sollen, Disaster Recovery und Geo-Redundanz gewünscht sind. Eigene Server sind sinnvoll bei: sehr stabiler, vorhersehbarer Last, strengsten Compliance-Anforderungen (z. B. bestimmte Behörden), sehr hohen Datenvolumen (Cloud-Kosten können ab einem Punkt teurer sein als eigene Hardware – „Cloud Repatriation").

Was kostet IaaS für ein KMU?
Typische Kosten: Einfacher Webserver (2 vCPU, 4 GB RAM): 20–50 €/Monat. Mittelgroße Infrastruktur (5 VMs, 1 TB Storage, Datenbank): 300–1.000 €/Monat. Enterprise-Infrastruktur: 5.000–50.000+ €/Monat. Kostenoptimierung: Reserved Instances (bis 72 % Rabatt bei 1–3 Jahren Bindung), Spot Instances für flexible Workloads (bis 90 % Rabatt), Auto-Scaling (nur bezahlen was gebraucht wird), FinOps-Praktiken für Kostentransparenz.

Ist IaaS DSGVO-konform?
Ja – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Voraussetzungen: Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Anbieter, Datenverarbeitung in der EU (AWS Frankfurt, Azure Frankfurt/Berlin, GCP Frankfurt), BSI C5-Testat (für öffentliche Verwaltung relevant), Technische Maßnahmen (Verschlüsselung, Zugriffsmanagement). Für maximale DSGVO-Konformität: Deutsche Anbieter (IONOS, Hetzner, Open Telekom Cloud) mit ausschließlich deutschen Rechenzentren.

Was ist das Shared Responsibility Model bei IaaS?
Bei IaaS teilen sich Anbieter und Kunde die Sicherheitsverantwortung: Der Anbieter sichert die physische Infrastruktur, Virtualisierung und Netzwerk (Security OF the Cloud). Der Kunde sichert Betriebssystem (Patching), Anwendungen, Daten, Zugriffsrechte und Firewall-Regeln (Security IN the Cloud). Das Verständnis dieses Modells ist kritisch: Laut Gartner sind 99 % aller Cloud-Sicherheitsvorfälle auf Kundenfehler zurückzuführen – nicht auf Anbieter-Schwächen.

Was ist der Unterschied zwischen IaaS und Managed Hosting?
IaaS: Self-Service, nutzungsbasiert, vollständige Kontrolle über VMs und Konfiguration, automatische Skalierung. Managed Hosting: Der Anbieter verwaltet auch Betriebssystem, Patches, Monitoring und Support – ähnlich wie PaaS, aber auf Infrastruktur-Ebene. Für Unternehmen ohne eigenes IT-Team ist Managed Hosting oft die bessere Wahl (weniger Eigenverantwortung). Für DevOps-Teams bietet IaaS mehr Flexibilität und Kontrolle.


Fazit

IaaS ist das Fundament der Cloud-Transformation und hat die Art, wie Unternehmen IT-Infrastruktur nutzen, grundlegend verändert. Mit einem Marktvolumen von 150 Milliarden USD und AWS, Azure und GCP als dominanten Anbietern ist IaaS der reifste Cloud-Service-Markt. Für Unternehmen bietet IaaS maximale Flexibilität bei minimaler Kapitalbindung – die Herausforderung liegt im professionellen Management: FinOps für Kostenkontrolle, Shared Responsibility für Sicherheit und die richtige Anbieterwahl für Compliance und Performance.


Marius Bopp – Prokurist & Technischer Leiter bei You Logic AG

Marius Bopp

Prokurist & Technischer Leiter · You Logic AG

IT-Experte mit 18 Jahren Berufserfahrung. Seit 12 Jahren bei You Logic AG verantwortlich für Cloud Computing, IT-Security und Managed Services im Rhein-Main-Gebiet.

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