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Cloud – Definition, Modelle & Cloud-Dienste

Was ist die Cloud?

Cloud Computing (kurz: Cloud) bezeichnet die Bereitstellung von IT-Ressourcen – Rechenleistung, Speicher, Datenbanken, Netzwerke und Softwareanwendungen – über das Internet nach Bedarf, anstatt diese auf eigenen physischen Servern zu betreiben. Der Begriff „Cloud" steht für das Internet als abstrakte Wolke in Netzwerkdiagrammen. Nutzer zahlen nur für tatsächlich verbrauchte Ressourcen (Pay-per-Use), ohne in eigene Hardware investieren zu müssen. Laut Gartner werden bis 2028 über 70 % aller Unternehmensworkloads in der Cloud betrieben. Der weltweite Cloud-Markt wuchs 2023 auf 563 Milliarden US-Dollar und wächst mit ~17 % jährlich.

Cloud Computing hat das Verhältnis von IT-Kosten zu Geschäftsagilität fundamental verändert: Was früher Monate Hardware-Beschaffung erforderte, ist heute in Minuten verfügbar – und wird nur bezahlt, solange es genutzt wird.


Auf einen Blick – Key Facts

Kennzahl Wert Quelle
Weltweiter Cloud-Markt (2023) 563 Mrd. USD Gartner
Jährliches Marktwachstum ~17 % CAGR Gartner 2024
Marktführer Public Cloud (2024) AWS (30 %), Azure (23 %), GCP (11 %) Synergy Research
Workloads in der Cloud (2028, Prognose) >70 % Gartner
Cloud-Kosteneinsparung vs. On-Premises 30–50 % (mit Optimierung) McKinsey

Cloud-Service-Modelle

Modell Abkürzung Was wird bereitgestellt? Verantwortung Nutzer Beispiele
Infrastructure as a Service IaaS Virtuelle Server, Storage, Netzwerk OS, Apps, Daten AWS EC2, Azure VMs, Google Compute Engine
Platform as a Service PaaS Entwicklungsplattform, Laufzeitumgebung Nur Anwendungscode Heroku, Google App Engine, Azure App Service
Software as a Service SaaS Fertige Softwareanwendung Nur Nutzung Microsoft 365, Salesforce, Google Workspace
Function as a Service FaaS / Serverless Einzelne Funktionen on-demand Nur Code der Funktion AWS Lambda, Azure Functions, Google Cloud Functions

Cloud-Deployment-Modelle

Modell Zugriff Kontrolle Kosten Typischer Nutzer
Public Cloud Öffentlich (Internet) Beim Anbieter Niedrig (Pay-per-Use) Startups, KMU, Webapps
Private Cloud Nur intern Beim Unternehmen Hoch Banken, Behörden, Gesundheitswesen
Hybrid Cloud Beides Geteilt Mittel Enterprise mit Compliance-Anforderungen
Multi-Cloud Mehrere Anbieter Verteilt Variabel Enterprise (Vermeidung von Vendor Lock-in)

Die großen Cloud-Anbieter im Vergleich

Anbieter Marktanteil Stärke Hauptdienste
AWS (Amazon) ~30 % Größtes Service-Portfolio (200+ Dienste) EC2, S3, Lambda, RDS
Azure (Microsoft) ~23 % Microsoft-Integration, Enterprise Azure VMs, Active Directory, Teams
GCP (Google) ~11 % KI/ML, Big Data, Kubernetes BigQuery, Vertex AI, GKE
Alibaba Cloud ~4 % Asien-Pazifik APAC-fokussiert

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Cloud und Rechenzentrum?
Ein Rechenzentrum ist die physische Infrastruktur (Gebäude, Server, Kühlung). Die Cloud ist das Abstraktions- und Dienstleistungsmodell darüber: Cloud-Anbieter betreiben riesige Rechenzentren weltweit und stellen deren Kapazitäten als flexible, on-demand abrufbare Dienste bereit. Jede Cloud läuft in Rechenzentren, aber nicht jedes Rechenzentrum ist eine Cloud.

Was bedeutet „Vendor Lock-in" in der Cloud?
Vendor Lock-in beschreibt die Abhängigkeit von einem einzelnen Cloud-Anbieter durch proprietäre Technologien, APIs oder Datenformate, die eine Migration erschweren. Strategien dagegen: Multi-Cloud-Ansatz, Container (Kubernetes für Portabilität), offene Standards und Cloud-agnostische Architekturen.

Ist die Cloud sicherer als On-Premises?
Cloud-Anbieter wie AWS und Azure investieren Milliarden in Sicherheit und verfügen über Zertifizierungen (ISO 27001, SOC 2, BSI C5). Viele KMU sind in der Cloud sicherer als mit eigenem Rechenzentrum. Allerdings gilt das „Shared Responsibility Model": Der Anbieter sichert die Infrastruktur, der Nutzer ist für seine Daten, Zugangsverwaltung und Konfigurationen verantwortlich.

Was kostet Cloud-Computing konkret?
Cloud-Kosten sind nutzungsabhängig und variieren stark. Orientierungswerte: Eine kleinste AWS-VM (t3.micro) kostet ~8 $/Monat. 1 TB S3-Speicher ~23 $/Monat. Eine mittelgroße Unternehmensinfrastruktur kann 2.000–50.000 €/Monat kosten. Ohne Cloud-Kostenoptimierung (FinOps) entstehen oft unnötige Kosten durch idle Resources.

Was ist DSGVO-Konformität in der Cloud?
Alle großen Cloud-Anbieter bieten DSGVO-konforme Regionen in der EU an (z. B. AWS Frankfurt, Azure West Europe). Wichtig: Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) abschließen, EU-Rechenzentren wählen, Standard-Vertragsklauseln für Datentransfers prüfen, Datenverschlüsselung (at rest und in transit) aktivieren. Der EuGH-Schrems-II-Entscheid schränkt Transfers in die USA ein – Cloud-Anbieter bieten spezifische EU-Datensouveränitätslösungen an.


Fazit

Cloud Computing ist die Grundlage moderner IT-Infrastruktur. Unternehmen jeder Größe profitieren von Flexibilität, Skalierbarkeit und reduzierten Investitionskosten. Die Wahl des richtigen Cloud-Modells (Public, Private, Hybrid, Multi-Cloud) und Dienstleistungstyps (IaaS, PaaS, SaaS) hängt von den individuellen Anforderungen an Sicherheit, Compliance und Kosten ab.


Marius Bopp – Prokurist & Technischer Leiter bei You Logic AG

Marius Bopp

Prokurist & Technischer Leiter · You Logic AG

IT-Experte mit 18 Jahren Berufserfahrung. Seit 12 Jahren bei You Logic AG verantwortlich für Cloud Computing, IT-Security und Managed Services im Rhein-Main-Gebiet.

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