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Client – Definition, Typen & Client-Server-Architektur

Was ist ein Client?

Ein Client ist in der Informationstechnik ein Programm oder Gerät, das Dienste oder Ressourcen von einem Server anfordert. Der Client initiiert die Kommunikation, der Server verarbeitet die Anfrage und sendet die Antwort zurück. Diese Client-Server-Architektur bildet das Grundprinzip nahezu aller modernen Netzwerkanwendungen – vom Webbrowser, der eine Webseite lädt, bis zur App, die Daten vom Backend abruft. Das Modell ermöglicht klare Aufgabentrennung: Clients sind für die Benutzeroberfläche und Interaktion zuständig, Server für Datenhaltung und Verarbeitungslogik. Laut Cisco greifen täglich über 5 Milliarden Nutzer über Clients auf Internetdienste zu.

Der Client ist das Gesicht der Anwendung – er bestimmt, was der Nutzer sieht und wie er mit Daten interagiert. Die beste Serverarchitektur nützt nichts, wenn der Client die Nutzererfahrung ruiniert.


Auf einen Blick – Key Facts

Kennzahl Wert Quelle
Internetnutzer weltweit (2024) >5,4 Milliarden ITU 2024
Meistgenutzter Web-Client (Browser) Chrome (~65 % Marktanteil) StatCounter 2024
Anteil mobiler Clients am Webtraffic ~58 % StatCounter 2024
Thin-Client-Marktvolumen (2024) ~1,7 Mrd. USD Grand View Research
Prognose VDI/Thin-Client-Markt (2030) ~3,2 Mrd. USD Grand View Research

Client-Typen im Vergleich

Typ Lokale Verarbeitungsleistung Netzwerkabhängigkeit Offline-Nutzung Beispiele
Fat Client (Rich Client) Hoch Gering Ja Desktop-PC mit Office, Adobe Suite
Thin Client Sehr gering Sehr hoch Nein VDI-Terminal, Chromebook
Web Client Mittel (Browser) Hoch Begrenzt (PWA) Browser-Apps (Gmail, Office 365)
Mobile Client Mittel Hoch Teilweise Smartphone-Apps
Zero Client Keine Vollständig Nein Reine Terminals für Cloud-Desktops

Wie funktioniert die Client-Server-Kommunikation?

  1. Anfrage (Request): Der Client sendet eine Anfrage an den Server – z. B. ein HTTP-GET-Request beim Laden einer Webseite.
  2. Übertragung: Die Anfrage wird über das Netzwerk via definiertes Protokoll (HTTP, FTP, SMTP) übertragen.
  3. Verarbeitung: Der Server empfängt die Anfrage, führt Datenbankabfragen oder Berechnungen durch.
  4. Antwort (Response): Der Server sendet die Antwort (z. B. HTML, JSON, Datei) zurück an den Client.
  5. Darstellung: Der Client verarbeitet die Antwort und zeigt sie dem Nutzer an.

Gängige Client-Software nach Einsatzbereich

Kategorie Software Protokoll Server-Gegenstück
Webbrowser Chrome, Firefox, Edge, Safari HTTP/HTTPS Webserver (Apache, Nginx)
E-Mail Outlook, Thunderbird, Apple Mail IMAP/POP3/SMTP Mailserver (Exchange, Postfix)
FTP FileZilla, Cyberduck FTP/SFTP FTP-Server
Datenbank DBeaver, SQL Server Management Studio SQL MySQL, PostgreSQL, Oracle
VoIP Teams, Zoom, 3CX SIP/WebRTC SIP-Server, Medienserver

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Fat Client und Thin Client?
Ein Fat Client (auch Rich Client) ist ein vollwertiger Computer mit eigenem Betriebssystem und Anwendungen, der die meiste Verarbeitung lokal ausführt. Ein Thin Client ist ein minimalistisches Gerät, das nahezu alle Verarbeitungsaufgaben an einen Server oder Cloud auslagert und nur als Anzeigestation dient. Thin Clients sind günstiger in der Anschaffung, aber vollständig netzwerkabhängig.

Was ist eine VDI und welche Rolle spielt der Client dabei?
VDI (Virtual Desktop Infrastructure) stellt vollständige Desktop-Umgebungen von einem zentralen Server bereit. Der Client – ein Thin Client, Zero Client oder normaler PC mit VDI-Client-Software – ist nur das Anzeigegerät. Vorteile: zentralisiertes Management, Sicherheit, einfache Bereitstellung. Typische Anbieter: VMware Horizon, Citrix, Microsoft AVD.

Was ist der Unterschied zwischen Client-seitiger und Server-seitiger Verarbeitung?
Client-seitige Verarbeitung läuft im Browser oder auf dem Gerät des Nutzers (z. B. JavaScript-Formulare, lokale Berechnungen). Server-seitige Verarbeitung läuft auf dem Server (z. B. Datenbankabfragen, Authentifizierung). Moderne Webanwendungen kombinieren beide Ansätze.

Was sind API-Clients?
API-Clients sind Programme oder Bibliotheken, die Anfragen an eine API (Application Programming Interface) senden. Beispiele: Postman (Testwerkzeug für APIs), mobile Apps, die REST-APIs aufrufen, oder Microservices, die andere Dienste ansprechen.

Was ist ein Browser-Cache und wie beeinflusst er den Client?
Der Browser-Cache ist ein lokaler Speicher, in dem der Web-Client bereits geladene Ressourcen (Bilder, CSS, JS) speichert. Bei erneuten Aufrufen werden diese Dateien lokal geladen statt neu heruntergeladen – das beschleunigt Seitenladungen erheblich und reduziert Server-Last.


Fazit

Clients sind die Schnittstelle zwischen Nutzern und IT-Diensten. Die Wahl des richtigen Client-Typs – ob Fat Client für leistungsintensive Desktopanwendungen, Thin Client für sichere Unternehmensumgebungen oder Web-Client für flexible Browser-Anwendungen – hängt von den Anforderungen an Leistung, Sicherheit, Kosten und Mobilität ab.


Marius Bopp – Prokurist & Technischer Leiter bei You Logic AG

Marius Bopp

Prokurist & Technischer Leiter · You Logic AG

IT-Experte mit 18 Jahren Berufserfahrung. Seit 12 Jahren bei You Logic AG verantwortlich für Cloud Computing, IT-Security und Managed Services im Rhein-Main-Gebiet.

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